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Aktienanalyse von TSMC

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Auf der Suche nach möglichen Investments die von der fortschreitenden Digitalisierung profitieren stößt man früher oder später auf die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC). 

Gegründet 1987 in Hsinchu, Taiwan, fertigte das Unternehmen 2019 über 10.000 Produkte für 499 Kunden. Allein diese Zahlen zeigen sehr eindrucksvoll die Fähigkeiten die hier versammelt sind. Darüberhinaus ist TSMC eines der ersten Unternehmen das in der Lage ist den 5nm Fertigungsprozess bei Chips umzusetzen, etwas von dem zum Beispiel Intel noch weit entfernt ist. 

Insgesamt beschäftigte TSMC Ende 2019 nach eigenen Angaben weltweit mehr als 51.000 Mitarbeitern. Dabei erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 30,8 Mrd. $, bei einem Gewinn von 11,7 Mrd. $.

Wie der Unternehmensname Taiwan Semiconductor Manufacturing Company schon sagt, stellt TSMC vor allem Halbleiter her. Mit den beschränkten Kenntnissen eines Laien auf diesem Feld würde ich behaupten wollen, dass man solche Chips in alle möglichen Geräte einbauen kann, so dass es Sinn macht, diese Umsätze in einzelne Technologiebereiche zu unterteilen, wie dies auch TSMC in seinen Bilanzen ausweist.

Die 5 großen Geschäftsfelder, bzw. Anwendungsfelder sind allen voran Smartphones, Computer, Internet of Things (IoT), Automobil und Consumer Elektronik. Wie man im Kuchendiagramm unterhalb sehen kann macht der Bereich Smartphone fast die Hälfte des Umsatzes aus, gefolgt vom Bereich High Performance Computing.

Schaut man sich die Entwicklung dieser Bereiche gegenüber dem Vorjahr an, kann man erkennen, dass die Wachstumsfelder Smartphones sowie Internet of Things sind, während High Performance Computing, Automotive sowie Consumer Elektronik rückläufig im letzten Geschäftsjahr waren. Gerade der Bereich Internet of Things (IoT) darf als Wachstumsmarkt gesehen werden, hier werden wir in der Zukunft immer mehr Vernetzung zwischen einzelnen Geräten sehen. Auch wenn die enorme Dynamik der letzten Jahre aus dem Smartphone-Markt entwichen ist, werden auch diese Geräte schon allein durch ihren etwas kürzeren Lebenszyklus aber auch durch technologischen Fortschritt weiterhin stabile Umsätze generieren.

Darüberhinaus erwarte ich, dass der Umsatz im Bereich High Performance Computing in 2020 und den darauffolgende Jahren wieder steigen wird, da TSMC zum einen die neuen Apple Silicon Chipsätze für MacBooks und iMacs fertigen wird und auch von AMD weitere Aufträge erhalten hat. Gerade der angekündigte Wechsel von Intel Chips zu Apples eigenen Chipdesign dürfte dieser Plattform bei TSMC starke Umsatzzahlen ermöglichen. Auch wenn der Absatz von Apple „PCs“ in den letzten Jahren stagniert hat, verkaufte Apple laut Statista im Geschäftsjahr 2019 18,3 Millionen dieser Computer.

In den letzten 5 Jahren war TSMC durchgehend in der Lage den Umsatz von Jahr zu Jahr zu steigern. Mit einem Umsatzwachstum von 9,82% über 5 Jahre erreicht das Unternehmen nicht ganz meinen Zielwert von 10%, bezieht man aber mit ein, dass es sich hier um ein Produktionsunternehmen handelt, ist dies ein durchaus respektabler Wert.

Der Gewinn je Aktie konnte über die letzten 5 Jahren um 10,25% gesteigert werden, es gelangt TSMC also den Gewinn mehr zu steigern als den Umsatz was positiv ist, da steigende Umsätze nicht durch höhere Kosten geringere Margen erzielt wurden.

Für ein langfristiges Investment ist es meiner Meinung von großer Bedeutung wie viel ein Unternehmen in die Forschung und Entwicklung investiert. Nur so kann ein Vorsprung gegenüber der Konkurrenz erarbeitet und verteidigt werden.

Bei TSMC sieht man im Verlauf der letzten 5 Jahre eine fast kontinuierliche Steigerung der R&D Ausgaben, mit einem kleinen Rückschritt in 2016, was sich aber evtl. auch mit Entwicklungsausgaben erklären lässt, die nicht von Jahr zu Jahr laufen. Im Jahr 2019 gab TSMC 8,54% von Umsatz in Forschung und Entwicklung aus.

Wie langfristig stabil ein Unternehmen aufgestellt ist und wie es mit unerwarteten und erwarteten Dämpfern im Geschäft umgehen kann hängt auch in großem Maße von der Verschuldung ab. Die Schuldenquote bei TSMC belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 30% in Relation zum Gesamtvermögen. Dies ist ein guter Wert, vor allem wenn man bedenkt wie Kapitalintensiv die Investitionen in immer neue Fertigungstechniken ist.

Allerdings gibt es hier auch eine unschöne Seite. Die Tilgungskraft des Unternehmens war im abgelaufenen Geschäftsjahr negativ, was heißt, dass TSMC die Dividenden aus der Substanz ausgezahlt hatte und nicht wie von mir favorisiert aus den Einnahmen des laufenden Geschäftsjahres. Allerdings lässt sich dies damit erklären, dass TSMC im 4. Quartal 2019 und 1. Quartal 2020 sehr hohe Investitionen getätigt hat und sich diese Investitionstätigkeit im 2. Quartal 2020 wieder normalisieren konnte.

In der Aktienbewertungsschablone ist dieser Punkt allerdings ein Makel, auch wenn man hier tiefer in die Ursachen schauen muss. Kennzahlen alleine sind nie absolut zu betrachten, es kommt immer auf den Kontext an. Und Hohe Investitionen in Fertigungslinien die den Wettbewerbsvorteil zementieren, sind grundsätzlich eher positiv zu bewerten.

Der Zuwachs des operativen Cashflow über 5 Jahre lag bei 8,06%. Die Grafik unten zeigt sowohl den Verlauf des operativen Cashflow, der zum Halbjahr 2020 einen weiteren Schub für das laufende Geschäftsjahr erhalten hat. Dazu ist auch die Entwicklung des freien Cashflow abgebildet. Dieser verringerte sich in den letzten eineinhalb Jahren bedeutend. Zu erklären ist dies mit wie schon oben gesteigerten Ausgaben.

Die aktuelle Dividendenrendite beläuft sich auf 2,18% bei einem Kurs von 67,77€. Der Zuwachs der Dividenden über die letzten 5 Jahre lag bei 19%. Anleger die auf steigende Dividenden setzen kommen hier also auf ihre Kosten. Darüberhinaus ist die Stabilität der gezahlten Dividende mit 0,9 auf einem sehr guten Niveau.

Allerdings muss man hier auch einwerfen, dass du Währungsschwankungen die gezahlte Dividende variieren kann. Entwickelt sich der Taiwan Dollar zum Euro ungünstig, könnte dies auch einer Dividendenkürzung im Geldbeutel des europäischen Anlegers bedeuten. Allerdings besteht diese Gefahr auch bei allen anderen Anlagen außerhalb der Eurozone.

Aktienbewertungsschablone TSMC

Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) ist meiner Meinung trotz der schon guten Kurssteigerungen des aktuellen Jahres ein lohnendes Investment für alle die sowohl in Asien ihr Depot erweitern wollen, als auch von der Entwicklung im Chip-Sektor profitieren wollen. TSMC ist mit seiner hervorragenden Fertigungstechnologie zukunftsfähig aufgestellt und mit seinem breiten Stamm von Kunden in der Lage Verschiebungen im Markt abzufedern.

Für alle die sich die Aktie genauer anschauen wollen sei gesagt, dass es hier 2 Varianten gibt, einmal das Original (TW0002330008), handelbar an der Börse in Taipeh, und einmal die ADR (US8740391003) die aus 5 Original-Aktien besteht. Für die meisten Anleger wird die Aktie an der Börse in Taipeh nicht ohne weiteres handelbar sein und somit der Umweg über die ADRs notwendig sein.

Für mich ist die TSMC einen Kauf wert, allerdings würde ich aktuell noch gerne die Kursentwicklung etwas abwarten wollen, da die Bewertung schon relativ hoch ist.

Disclaimer: Wie immer will gesagt sein, dass dies keine Beratung oder Empfehlung zum Kauf dieser Aktie ist. Diese Analyse spiegelt nur meine Meinung wieder und ich kann keine Gewähr für die Richtigkeit meiner Angaben gewähren. Dazu muss jedem bewusst sein, dass man mit Aktien Geld verlieren kann.

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