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Warum Bitcoin keine Währung ist

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In meinem ersten Beitrag zu Bitcoin und Ethereum vom November 2020 in dem ich ausgeführt hatte, warum ich Bitcoin und Ethereum gekauft habe, hatte ich durchgängig von Kryptowährungen geschrieben, diesen Begriff möchte ich im heutigen Beitrag nicht weiter verwenden. Warum ich zu dieser Einschätzung gekommen bin, dass Bitcoin sowie Ethereum keine Währungen sind und auch keine solchen in absehbarer Zeit werden, dazu nun mehr.

Mein Investment in Bitcoin und Ethereum

Mein Investment in Bitcoin und Ethererum verzeichnete seit November 2020 einen Wertzuwachs von ca. 180%. Der Ansturm auf beide Krypto-Coins, auch angefeuert von der Bekanntgabe Elon Musks, dass Tesla in Bitcoin investiert hat und diesen in Zukunft als Zahlungsmittel anerkennen will, nimm fast kein Ende. Und so ist es völlig natürlich, dass ich sehr zufrieden mit meiner Investmententscheidung bin. Kein anderes Investment in meinem Depot hat eine solche spektakuläre Wertentwicklung genommen.

Bitcoin ein Zahlungsmittel?

Doch in den letzten Monaten ist in mir die Gewissheit gereift, dass es sich hier nicht um Währungen handelt, nicht weil die beiden Coins nicht als solches von einer breiten Anzahl von Staaten als Zahlungsmittel anerkannt sind, sondern weil sie nicht als Zahlungsmittel taugen. Und dies völlig unabhängig von der dahinterstehenden Technik mit der ich mich zu wenig beschäftigt habe um mir hierzu eine qualifizierte Meinung zu bilden.

Was macht ein Zahlungsmittel aus?

Ein Zahlungsmittel benötigt eine gewisse Stabilität, eine Wertfluktuation von 20% innerhalb eines Tages, selbst 5% innerhalb eines Tages, oder von 100% innerhalb weniger Wochen oder Monate ist aus der Sicht von Investoren oder Spekulanten erfreulich solange es in die richtige Richtung geht, aber aus Sicht eines potenziellen Käufer eines Gutes absolut nicht wünschenswert.

Nehmen wir das Beispiel den Kauf eines Tesla Model 3. Möchte mir für 50.000 Euro einen neuen Tesla kaufen kann ich mir sehr sicher sein, dass sowohl zu Bestellung des neuen Kfz wie auch zur Auslieferung und Bezahlung des Fahrzeugs der Wert des Euros ungefähr den gleichen Wert haben wird.

Bei Bitcoin hätte ich vor 3 Monaten drei Bitcoin an Tesla überwiesen, heute ist es noch etwas mehr wie ein Bitcoin. Wäre der Kaufvertrag über 3 Bitcoin gewesen, würde mich das Auto heute 200% mehr kosten als im November. Diese Geschichte gilt natürlich in anderen Marktphasen auch umgekehrt. Aber mit solchen Schwankungen wird kein vernünftiger Mensch eine Transaktion in Bitcoin durchführen und ich möchte auch bezweifeln, dass ein Hersteller eine solche Transaktion durchführen möchte. Wäre Bitcoin eine Währung, das Währungsrisiko wäre zu hoch.

Bitcoin im Vergleich zu Gold

Bitcoin wird gerne mit Gold verglichen, ein Vergleich der durchaus Nahe liegt. Ähnlich wie Gold ist auch Bitcoin sehr selten, mehr als 21 Millionen Bitcoin können nicht hergestellt werden. Diese Eigenschaft verhindert, dass die Menge an Bitcoin beliebig ausgedehnt werden kann, wie es zum Beispiel mit anderen Assets und Währungen der Fall ist. Die natürliche Verknappung hat Gold zu einem „Wertspeicher“ gemacht. Aber meiner Meinung muss man hier auch hinzufügen, dass sowohl bei Bitcoin als auch bei Gold der innere Wert meiner Meinung deutlich vom aktuellen Kurswert abweicht. Gold wird zwar auch industriell eingesetzt und dient als Rohstoff für die Schmuckherstellung, wäre aber in seinem Wert deutlich niedriger, wenn wir nicht daran glauben würden, dass Gold wertvoll ist und diesen Wert zurecht trägt. Ähnlich, wenn auch noch deutlich stärker verhält es sich mit Bitcoin. Ein Bitcoin ist nur solange etwas wert, wie wir diesem einen Wert zusprechen.

Als Zahlungsmittel ist Gold dagegen äußerst ungebräuchlich. Mir wäre nicht bekannt, dass REWE, Edeka oder ALDI eine Zahlung mit Gold akzeptieren würden. In Gold investiert man aus vielen Gründen, aber eigentlich nicht mit dem Hintergedanken damit seine Lebensmittel bezahlen zu können. Mit ist durchaus bewusst, dass der ein oder andere der an den Untergang der sogenannten FIAT Währungen glaubt, dies trotzdem in betracht zieht.

Deshalb komme ich zu dem Ergebnis, dass es sich bei Bitcoin und Ethereum um Krypto-Assets handelt, welche man kauft und hält um von deren Wertentwicklung zu profitieren. Die Deutsche Bundesbank sieht das ähnlich und spricht von Krypto-Tokens. Die Grundannahme, dass man sich mit solchen Assets gegen den Wertverfall von Währungen absichern kann sehe ich etwas skeptisch, denn dazu muss man an den übergeordneten Aufwärtstrend glauben. Für einen Wertspeicher ist mir die Kursentwicklung und die Kursschwankungen viel zu volatil.

Trotzdem werde ich weiterhin in Bitcoin und Ethereum investiert bleiben, denn ich sehe weiterhin einen Aufwärtstrend der intakt ist und ich bin in diesen Assets auch deswegen investiert, weil ich mir von diesen Investments einen hohen Gewinn verspreche. Allerdings sehe ich diese Investments als Spekulation und nicht als langfristige Geldanlage.

Disclaimer: Wie immer will gesagt sein, dass dies keine Beratung oder Empfehlung zum Kauf dieser Assets ist. Das Geschriebene spiegelt nur meine Meinung wieder und ich kann keine Gewähr für die Richtigkeit meiner Angaben und Annahmen übernehmen. Dazu muss jedem bewusst sein, dass man mit diesen Assets viel Geld verlieren kann.

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