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Zukunftsregion Südostasien (ASEAN)?

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Zuletzt aktualisiert am 17. November 2020

Häufig ist unsere Wahrnehmung bezüglich Asien sehr fokussiert auf China und eventuell noch Indien. Dies ist natürlich verständlich, da es sich zum einem um die Länder mit der größten medialen Berichterstattung handelt, und zum anderen China als einer unserer größten Handelspartner eine sehr hohe Aufmerksamkeit geniest. Aber Asien ist viel vielschichtiger und sollte etwas diversifizierter betrachtet werden.

Geographisch betrachtet erstreckt sich Asien von Russland bis kurz vor Australien und umfasst 47 international anerkannte Staaten mit einer Bevölkerung von insgesamt ca. 4 Milliarden Menschen. China das Teil von Ostasien ist und Indien das zu Südasien zählt sind die größten Länder Asiens in Bezug auf ihre Bevölkerung. Doch zwischen China und Indien liegt Südostasien, eine Region die sich erst bei näherer Betrachtung in ihrer wirklichen Größe zeigt und derer sich dieser Artikel annehmen möchte.

Inhaltsverzeichnis

    Einordnung Südostasiens

    Eingerahmt im Westen von Indien und im Norden von China befindet sich die Region Südostasien. Die Region besteht zum einem aus dem südostasiatischen Festland sowie dem insularen Südostasien das Indonesien, Philippinen, Brunei, Osttimor und Teile von Malaysia umfasst. Auf dem Festland befinden sich die Staaten von Singapur, Malaysia, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam und Myanmar (Burma).

    Das Einwohner-stärkste Land dieser Region ist Indonesien mit über 260 Millionen Einwohner, was es zum Land mit der viertgrößte Bevölkerung der Welt macht (Statista). Insgesamt leben in der Region Südostasien über 630 Millionen Menschen, zum Vergleich, in der Europäischen Union inklusive Großbritannien waren es 2019 ungefähr 513 Millionen Menschen.

    Geografische Lage

    Das Festland von Südostasien gilt im großen und ganzen als relativ wasserreich. Mit seinen großen Flüssen wie dem dem Mekong, dem Irrawaddy sowie dem Saluen fließen 3 Flüsse durch die Region, die alle über 2000km an Länge haben, wobei der Irrawaddy fast auf 3000km länge kommt und der Mekong einer der 12 längstens Flüsse der Erde ist. Allerdings teilen alle diese Flüsse eine Gemeinsamkeit. Sie alle haben ihren Ursprung in China.

    Im Juni 2020 wurde Vorwürfe laut, dass China für einer der schlimmsten Dürren in den letzten 40 Jahren in Thailand eine große Mitschuld trägt. Peking, das große Staudämme gebaut hat, habe große Wassermengen des Mekong gestaut und zurückgehalten. Während einer Dürreperiode in Vietnam 2016 bat die Vietnamesische Regierung Peking darum den Wasserabfluss aus dem Jinghong Staudamm zu verdoppeln. Dieser Bitte kam Peking wie auch in den folgenden Jahren nach. Doch zeigt dies auch, dass China diese Abhängigkeit der Fluss-abwärts befindenden Staaten zu seinem Vorteil ausnutzen könnte und als Druckmittel nutzen könnte.

    Politische Systeme Südostasiens

    Die Länder Südostasiens teilen sich ähnlich wie in der Europäischen Union kein gemeinsames politisches System. Allerdings ist im Vergleich zur EU die Differenzierung der politischen Systeme wesentlich breiter und reicht von kommunistischen Einheitspartei-Systemen zu Demokratien.

    Vietnam

    Vietnam ist ein Einparteienstaat dessen Regierung die Kommunistische Partei Vietnams stellt. In seiner Art ähnelt das politische und wirtschaftliche System Vietnams stark dessen Chinas. Bezüglich der vorherrschenden Religion ist es schwer gute Daten zu finden, offiziell sind über 80% der Vietnamesen Atheisten, alerdings sind buddhistische Bräuche sowie Ahnenkult und Geisterglaube weit verbreitet.  Grundsätzlich herrscht in Vietnam Religionsfreiheit. 

    Kambodscha

    In seiner Verfassung definiert sich Kambodscha als parlamentarische Wahlmonarchie in der die Exekutive aus König und einem vom Ministerpräsidenten geführten Ministerrat besteht. Dazu hat Kambodscha ein Zweiparteiensystem, in dem allerdings die Dominanz der Volkspartei strukturell verankert ist. In Kambodscha sind rund 96% der Bevölkerung Anhänger des Theravada Buddhismus.

    Myanmar

    Seit 2011 sind in Myanmar die Anfänge eines Demokratisierungsprozesses zu sehen. Allerdings sieht auch die neue Verfassung vor, dass ein viertel der Parlamentsmandate an Angehörige des Militärs vergeben werden. Die am weitest verbreitete Religion in Myanmar ist der Buddhismus mit knapp 88% Anteil in der Bevölkerung.

    Singapur

    Singapurs politisches System ist etwas kurios. Während der Präsident das Staatsoberhaupt mit Vetorechten in einigen Schlüsselbereichen ist und die obersten Richter ernennt, finden theoretisch alle 6 Jahren Präsidentenwahlen statt, die allerdings regelmäßig ausfallen, weil nur ein Kandidat von der Wahlkommission zugelassen wird. Westliche Demokratien betrachten Singpur daher häufig als Autoritarismus. Die in Singapur am weitesten verbreitete Religion ist der Buddhismus mit ca 33% Anteil an der Bevölkerung, gefolgt von Christentum (19%), Islam (14%), Maoismus (10%) und Hinduismus (5%). Ähnlich wie Malaysia ist also auch Singapur multireligiös aufgeteilt.

    Philippinen

    Die Philippinen sind eine Präsidialrepublik in welcher der Präsident weitreichende exekutive Befugnisse hat. Er beruft das Kabinett ein. Dazu gibt es einen Kongress bestehend aus Repräsentantenhaus und Senat. Die philippinische Politik ist stark personenbezogen und so spielen Parteien keine all zu große Rolle. 81% der Bevölkerung sind katholische Christen, 5% gehören dem Islam an.

    Laos

    Wie Vietnam ist auch Laos ein Einparteienstaat und unter Führung einer kommunistischen Einheitspartei. Im Jahr 1986 wurden im Rahmen des New Economic Mechanism marktwirtschaftliche Reformen eingeführt und nach und nach Preisbindungen und Subventionen abgeschafft sowie das Bankensystem nach westlichem Vorbild weiterentwickelt. Die größte Religion in Laos ist mit einem Anteil von ungefähr zwei Dritteln der Buddhismus. 

    Thailand

    Seit 1932 ist Thailand eine konstitutionelle Monarchie. Der König hat in Thailand keinen direkten Einfluss auf die Tagespolitik und übernimmt im Wesentlichen repräsentative Aufgaben. In den vergangenen Jahren war Thailand vor allem in den Schlagzeilen als das Militär 2014 durch einen Militärputsch die Verfassung außer Kraft gesetzt hatte. Seit 2019 stellt nun eine Koalition aus 19 Parteien die Regierung.  Wie in Kambodscha ist auch in Thailand der Theravada Buddhismus die dominierende Religion mit ungefähr 94% Anteil an der Bevölkerung. 

    Malaysia

    Malaysia ist eine föderalistische, konstitutionelle, parlamentarisch-demokratische Wahlmonarchie. Der König ist hier das repräsentative Staatsoberhaupt der alle 5 Jahre von den herrschenden 9 Sultanaten nach dem Rotationsprinzip ausgewählt wird. Malaysia hat eine föderale Struktur bestehend aus 13 Bundestaaten. Die vorherrschende Religion in Malaysia ist der Islam mit ca. 60% gefolgt von Buddhismus (20%), Christentum (9%) und Hinduismus (6%). So ist Malaysia eines der Länder in Südostasien mit einer vielschichtigen ausgeprägten religiösen Diversifizierung. 

    Indonesien

    Seit 2004 wird die ehemalige niederländische Kolonie in der Weltöffentlichkeit als demokratischer Staat anerkannt. Indonesien ist eine Präsidialrepublik, der Präsident sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Darüberhinaus gibt es ein Zweikammerparlament und ein Mehrparteiensystem mit einer großen Anzahl von Parteien.

    Ungefähr 87% der Bevölkerung sind Muslime, die in ihrer überwältigenden Mehrzahl der sunnitischen Glaubensauslegung angehören. Etwa 10% der Bevölkerung sind Christen und weniger als 2% gehören dem Hinduismus an. Darüberhinaus hat der Ahnenkult und Geisterglaube der traditionellen ethnischen Religionen bis heute einen hohen Stellenwert.

    Wirtschaftsdaten und Fakten

    Nachdem wir uns mit der geographischen Lage und den politischen sowie religiösen Faktoren beschäftigt haben, wollen wir uns in einem weiteren Schritt etwas mit den ökonomischen Faktoren in Südostasien beschäftigen.

    Wirtschaftsstärkste Länder Südostasiens

    Die größte Volkswirtschaft Südostasiens ist Indonesien mit etwas 1 Billion $ BIP in 2018, gefolgt von Thailand mit 504 Milliarden $, Singapur mit 364 Milliarden $ sowie Malaysia mit 358 Milliarden Dollar.

    BIP der Länder Südostasiens
    BIP der Länder Südostasiens in US$

    Beim BIP pro Kopf ergibt sich dagegen ein komplett anderes Bild. Mit weitem Abstand ist hier Singapur allein auf weiter Flur, gefolgt von Malaysia und Thailand , während das BIP pro Kopf von Indonesien noch hinter dem der Philippinen liegt. 

    BIP pro Kopf der Länder Südostasiens
    BIP pro Kopf der Länder Südostasiens in US$

    Wenig überraschend schreibt sich das Bild welches sich beim BIP pro Kopf schon gezeichnet hat auch bei den Konsumausgaben der Haushalte Südostasiens pro Kopf fort. Das deutliche höhere Bruttoinlandsprodukt trägt auch seinen Teil zu den Konsumausgaben bei. Mit ca. 20.400 US$ ist Singapur hier im Vergleich zu Deutschland mit 25.300 US$ auf einem relativ hohem Niveau. Auch fällt auf, dass vor allem Singapur und Malaysia noch hohe Zuwachsraten beim Konsum verzeichnen können, aber auch alle anderen Südostasiatische Staaten zunehmend höhere Konsumausgaben haben. Dies spricht für einen steigenden Lebensstandard.

    Pro Kopf Konsumausgaben in Südostasien
    Pro Kopf Konsumausgaben in Südostasien US$

    Staatverschuldung

    Bezüglich der Staatsverschuldung der einzelnen Länder Südostasiens und deren Entwicklung zeichnet sich ein etwas ungleiches Bild ab. Singapur sticht mit einer Staatsverschuldung von 112% im Jahr 2018 deutlich heraus. Was dem unteren Diagramm nicht zu entnehmen ist, im Jahr 2019 wuchs die Staatsverschuldung sogar auf 126,6% des jährlichen Bruttoinlandsprodukt und es kann angenommen werden, dass die aktuell wütende Corona-Pandemie diesen Trend fortschreiten wird.

    Demgegenüber stehen die anderen Länder Südostasiens die eine deutlich niedrigere Staatsverschuldung aufweisen. Länder wie Myanmar und Indonesien konnten in den letzten Jahren ihre Staatsverschuldung in Relation zum BIP sogar deutlich senken. Wobei dies auch auf die deutliche Steigerung des BIP zurückzuführen ist.

    Ingesamt ist die Staatsverschuldung in den südostasiatischen Ländern auf einem guten Niveau und durch das relativ hohe Wachstum der einzelnen Staaten ist hier aktuell keine Gefahr einer Staatsschuldenkrise zu erwarten.

    Staatsverschuldung der Länder Südostasiens in % zum BIP
    Staatsverschuldung der Länder Südostasiens in % zum BIP

    ASEAN – Association of Southeast Asian Nations

    Die Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) hat ihren Sitz im indonesischen Jakarta und ist ein Verband der oben aufgeführten Staaten Südostasiens. Gegründet mit dem Ziel der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Zusammenarbeit und später erweitert um Sicherheit-, Kultur- und Umweltfragen zu koordinieren haben die Mitglieder der ASEAN-Staaten 2009 beschlossen einen gemeinsamen Wirtschaftsraum nach dem Vorbild der EU zu schaffen.

    Im Jahr 2012 beschlossen die ASEAN Staaten die ASEAN Economic Community (AEC) zu gründen in der eine Reihen von Abkommen und Initiativen gebündelt sind. Ziel ist die wirtschaftliche Integration und die Reduzierung von Handelsbarrieren zwischen den Mitgliedstaaten zu fördern. Dies soll den Wohlstand und er Region fördern. So sollen die Dienstleistungsmärkte untereinander geöffnet werden, Zollbarrieren abgebaut werden und Investitionsbeschränkungen aufgehoben werden.

    Allerdings wird der Erfolg von ASEAN je nach Sichtweise unterschiedlich bewertet. Ein Kriterium den Erfolg der wirtschaftlichen Integration zu bemessen ist Handel zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten. Lediglich 22,5 Prozent beträgt dieser 2019, während er in der EU als Beispiel bei stattlichen 64 Prozent liegt.

    Intra & Extra ASEAN Trade (Quelle data.aseanstats.org)

    Wirtschaftlicher Ausblick und Prognose für Südostasien

    Im Rahmen der OECD Studie Wirtschaftsausblick 2020 für Südostasien, China und Indien (Link zur Studie)wird für die aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften kurzfristig mit einem geringeren Wachstum gerechnet als noch in den Jahren von 2013-2017. Allerdings wurde diese Studie vor der Coronavirus-Krise getätigt und die Auswirkungen dieser auf die Prognosen ist aktuell noch schwer einzuschätzen.

    OECD GDP Outlook for Southeast Asia
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    Malaysia

    Die OECD prognostiziert für Malaysia ein Wachstum zwischen 2019 und 2023 von 4,6%, was gegenüber dem Zeitraum von 2012-2016 als es 5,1% waren ein Rückrang um 50 Basispunkte wäre. Man rechnet damit dass der Konsum der Privathaushalte weiterhin stark bleiben wird und dies durch einen sehr starken Arbeitsmarkt mit niedrigen Arbeitslosenquoten unterstützt werden wird. Auch geht die OECD davon aus, dass die Reallöhne und die Erwerbsquote weiter steigen werden.

    Im 2. Quartal 2020, also mitten in der Coronavirus-Krise viel das BIP um 17,1%, hauptsächlich getrieben durch einen starken Einbruch der Ausgaben des privaten Sektors und durch Einbrüche bei den Exporten, auch weil die Lieferketten unterbrochen wurden.

    Auch deshalb sind die Aussichten für 2020 relativ negativ. Es wird mit einem Rückgang des BIP von 6,9% gerechnet, was dem stärksten Einbruch seit der asiatischen Finanzkrise Ende der 90er entsprechen würde. Für 2021 soll sich das BIP um 6,0% steigern, wenn davon ausgegangen wird, dass der globale Handel sowie der Tourismus wieder wieder zurück in Richtung Normalität finden wird.

    Singapur

    Das prognostizierte Wirtschaftswachstum für Singapur lag für 2020-2024 bei 2,3 Prozent, was signifikant unterhalb des Wachstums der Zeitperiode 2013-17 liegen würde, das 3,7% betrug. Da Singapur allerdings auch eine wesentlich fortschrittlichere und reifere Volkswirtschaft wie die anderen Länder in Südostasien hat, ist ein geringeres Wachstum hier weniger verwunderlich. Ein Plus für Singapur ist ein florierendes Start-Up Ökosystem, das Innovationen fördert.

    Die Corona Pandemie hat allerdings alle Prognosen auch für Singapur durcheinander gewirbelt. Für 2020 wird mit einem Rückgang des GDP von 5,5% gerechnet, für 2021 soll es dann allerdings nach Prognose 5% plus sein.

    Thailand

    Im Zeitraum 2019 bis 2023 geht die OECD von einem Wirtschaftswachstum von 3,7% pro Jahr aus was einer Steigerung um 30 Basispunkte im Vergleich zum Zeitraum 2012-2016 entsprachen würde. Vor allem die Anlageinvestitionen sollten von gesetzlichen Änderungen der letzten 2 Jahre profitieren, auch haben sich die Indikatoren des Investitionsklima in Thailand verbessert. Ein weiterer Faktor für die Fortsetzung der Wachstumsdynamik in Thailand soll die Umsetzung der Infrastruktur des Ost-Wirtschaftskooridors (EEC) sein.

    Im 2. Quartal schrumpfte das thailändische BIP um 12,2%, was der stärkste Rückgang seit der Asiatischen Finanzkrise 1998 ist. Thailand, dessen Tourismussektor ca. 15% Anteil am BIP des Landes hat wurde zwar weniger heftig getroffen wie Malaysia (wenigstens im 2. Quartal), aber da damit gerechnet werden kann dass der Tourismus auch wesentlich länger benötigt um wieder das Vorkrisenniveau zu erreichen, könnte die Erholung auch länger dauern.

    Für 2020 wird mit einem Einbrauch von 8,2% des BIP in Thailand gerechnet.

    Dazu kommen zunehmend die Proteste um Regierung und Monarchie, die ebenfalls eine negative Auswirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung in diesem und evtl. dem nächsten Jahr haben könnten.

    Vietnam

    Nach Prognose der OECD wird das mittelfristige Wachstum in Vietnam 2019 bis 2023 bei 6,5% liegen und damit um 60 Basispunkte höher ausfallen als im Zeitraum 2012-2016. Exporte werden weiterhin einen wichtigen Anteil an der wirtschaftlichen Aktivität Vietnams ausmachen und der Zustrom ausländischen Direktinvestitionen wird weiter zunehmen.

    Im 2. Quartal der Coronavirus-Krise musste Vietnam die schlechtesten Wirtschaftsdaten der letzten 35 Jahren verdauen. Allerdings wuchs die Wirtschaft trotz allem in 2. Quartal noch um 0,4%.

    Auch zeigte sich im Jahr 2019, dass Vietnam mit seinen guten Verbindungen zu China einer der Gewinner des Handeskrieg zwischen USA und China zu werden scheint. Im Jahr 2019 nahmen die Exporte in die USA um 36% zu.

    Für das Gesamtjahr wird in Vietnam mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5% gerechnet, ein sehr starker Wert in Mitten einer globalen Pandemie. Für 2021 sollte Vietnam dann wieder die ursprüngliche Dynamik entfalten und ein BIP Wachstum von 6,2% erreichen.

    Myanmar

    Für Myanmar rechnete die OECD mit einem Wachstum von 6,9%, ebenfalls etwas geringer wie in vorigen Perioden. Ausländische Direktinvestitionen sollen die heimische Wirtschaft in Schwung halten, Exporte sollten weiter steigen. Allerdings gibt es auch Stolpersteine die der Entwicklung entgegenstehen, wie die konstante Verfügbarkeit von Strom, sowie der Zugang zu Bildung.

    Die globale Covid-19 Pandemie hat das Wachstum in Myanmar deutlich gebremst. On 2020 rechnet die OECD mit einem moderaten Wachstum von 1,7% und einem deutlichen Anstieg in 2021 auf 6,6%.

    Indonesien

    Für Indonesien prognostizierte die OECD ein durchschnittliches Wachstum des BIP von 5,3% was in etwas jenem aus 2012 bis 2016 entsprechen würden. Der gute funktionierende Arbeitsmarkt sollte auch weiterhin den privaten Konsum befördern. Das sich kontinuierlich verbessernde Investitionsklima sollte zu einer Ausweitung der Produktionsbasis führen.

    Das Jahr 2020 ist nun geprägt von den Konsequenzen der Covid-19 Pandemie. Die Vorhersagen zum BIP in 2020 wurden für Indonesien auf einen Rückgang von 3,3% geschätzt. Für 2021 rechnet man mit einem Wachstum von 5,3%.

    Philippinen

    Die OECD prognostizierte für die Philippinen ein Wachstum zwischen 2020 bis 2024 von 6,2%, was unterhalb des Durchschnitts von 2013-2017 liegen würde. Dies wurde auch mit der Verzögerung von Infrastrukturprojekte begründet.

    Durch die Pandemie mussten die Philippinen einen Einbruch der Wirtschaft um 16,5% im 2. Quartal 2020 hinnehmen.

    Für das Gesamtjahr 2020 rechnet man mit einem Rückgang von 8,4%. Für das Folgejahr wird aber eine Rückkehr auf den Wachstumspfad prognostiziert mit einem Rate 6,2%.

    Laos

    Nach OECD Prognose von 2019 wird die Wirtschaft von Laos im Zeitraum 2020-2024 um 6,8% wachsen. Auch hier wird sich das Wachstum gegenüber den Zeitraum 2013 bis 2017 (7,4%) verringern. Herausforderungen für die Wirtschaft sind hier vor allem der Abbau von Bürokratie.

    Während Laos von der Corona-Pandemie nur wenig getroffen wurde. Allerdings geht man auch hier von einem verlangsamten Wachstum aus, so soll es in 2020 ungefähr 1% betragen und in 2021 wieder auf 5,0% wachsen.

    Kambodscha

    Eine ähnliches Bild zeigte die Prognose von Kambodscha mit einer Prognose eines Wachstums von 6,7% im gleichen Zeitraum.

    Allerdings hat die Pandemie und die ökonomischen Auswirkungen auf Kambodscha einen deutlichen Einfluss gehabt. Der wichtige Tourismus ist um 72% Prozent in den ersten 8 Monaten des Jahres eingebrochen, die Produktion von Kleidung ist ebenfalls deutlich eingebrochen. So wird das angenommen, dass das BIP von Kambodscha um 3,7% schrumpfen wird und sich im kommenden Jahr durch staatliche Unterstützung wieder auf 5,4% steigern wird.

    Fazit

    Wie man sehen kann ich die Region Südostasien eine sehr interessante Zukunftsregion. Die Corona-Pandemie hat auch in Südostasien sämtliche Wirtschaftsprognosen des letzten Jahres zunichte gemacht, allerdings geben die Zukunftsprognosen trotzdem allem ein gutes Bild davon ab, wie sich diese Region entwickeln wird.

    Anders als vielleicht angenommen, handelt es sich bei ASEAN nicht, oder noch nicht, um eine eng verwobene Wirtschaftsgemeinschaft die der Europäischen Union entspricht. Die Effekte des Handels und der Zusammenarbeit auf politischer und wirtschaftlicher Ebene sind noch nicht sonderlich weit ausgeprägt. Allerdings besteht so auch viel mehr die Möglichkeit, dass je mehr diese Tendenzen sich in realem Handeln wiederfinden, desto dynamischere Wachstumsschübe es für die Region geben könnte.

    Während ich die letzten Zeilen dieser Analyse schreibe wurde zudem bekannt, dass das größte Freihandelsabkommen der Welt geschlossen wurde. RCEP, das für Regional Comprehensive Economic Partnership steht, fasst 15 Mitglieder aus Asien zusammen. Die Länder des besprochenen ASEAN, sowie China, Japan, Südkorea, Australien und New Zealand, die zusammen ungefähr ein Drittel der Weltbevölkerung ausmachen, haben zusammen ein Bruttoinlandsprodukt von 26,2 Billionen US Dollar. RCEP wird innerhalb der nächsten 20 Jahre 90% der Zölle zwischen den Ländern abbauen und gemeinsame Regeln für Ecommerce, Handel und geistiges Eigentum bestellen. Es wird davon ausgegangen, dass das Abkommen in 2021 umgesetzt werden wird.

    Auch aus diesem Grund kann man vermuten, dass die Bestrebungen der ASEAN Staaten ihre Wirtschaftsunion weiter zu stärken eher zunehmen werden. Denn mit Mitglieder wie China und Japan, werden sie vor allem dann ihr Gewicht im RCEP einbringen können, wenn sie mit gemeinsamer Stimme sprechen.

    Nun nachdem wir die wirtschaftlichen Aussichten der Region begutachtet haben, stellt sich die Frage wie wir als Anleger von der potenziellen Entwicklung profitieren können. In den nächsten Wochen werden ich mich verstärkt damit beschäftigen, welche Anlageprodukte und Unternehmen ein lohnendes Investment in Südostasien sein könnten.

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